Snowboarden lernen - Tipps für Spät- & Wiedereinsteiger

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(c) Theo

Ich (Theo) war mit meiner Freundin Sarah, die seit 14 Jahren nicht auf einem Snowboard stand, beim Boarden. Späteinsteiger oder Wiedereinsteiger finden hier sicher einige Tipps und ein paar aufmunternde Worte. Es ist nie zu spät, mit dem Hobby Skifahren oder Snowboarden anzufangen. Und Leute…, die Berge sind einfach wunderschön, vor allem im Winter. Aber jetzt übergebe ich das Wort an Sarah…

Als kleines Mädchen ließ mein Vater es sich nicht nehmen, die kleine Sarah musste Skifahren lernen. Egal ob heulend oder mit null Motivation, man musste da durch. Diese Erfahrung brachte mich mit 12 Jahren dazu, dem Skifahren endlich den Rücken zu zu drehen und mir das Board unter die Füße zu schnallen. In jungen Jahren dauerte es nicht lange und Zack: man konnte die Pisten runter brettern. Aus privaten und gesundheitlichen Gründen musste ich mit 15 Jahren mit dem Boarden erst einmal aufhören und stand erst 14 Jahre später, im Februar 2012 das erste Mal wieder auf einem Board.

„In deinem Alter wieder boarden lernen, buhh das würd ich mir überlegen?“„Da liegst du anfangs nur auf dem Hintern!“ „Skifahren ist doch aktuell viel leichter und sicherer!” Diese und andere Aussagen bekam ich von meinen Freunden und Partner (Wintersport-Liebhaber) ständig zu hören. Trotz kaputter Knie und instabilen Knöcheln, ich wollte wieder aufs Board und mich dem Berg stellen. „Jetzt erst recht, das schaffe ich!“ Ich wollte es mir und allen anderen beweisen. Auch mit 28 Jahren lernt man schnell wieder das Borad unter seinen Füßen zu kontrollieren.

Unterricht mit dem Partner – geht das gut?
Ich, die mittlerweile eher Bequeme, auf einem Snowboard – eine schwer vorstellbare Situation für einige Kritiker. Mit einem erfahrenen Boarder als Partner kamen nun die Überlegungen: „Lieber mit einem Lehrer Privatunterricht oder mit dem Schatz lernen? Würden wir beide dies überleben? Wer schon einmal mit seinem Partner umgezogen ist, kennt diese Gedanken ;-) . Erst fiel die Entscheidung auf einen professionellen Snowboardlehrer, aber dann wollten wir es zusammen versuchen, mit der Maßgabe: „Schatz du musst das extra charming rüber bringen und darfst nicht lachen!!!“ Wir lachten dann sehr viel zusammen. Ich empfehle, redet darüber und seid nicht voller Scham, nur weil einer der Partner etwas besser beherrscht. Lass es dir zeigen und du sparst nicht nur Geld, sondern es bringt einen sehr nah zusammen. Eine Art Paartherapie! ;-)

Ob das ohne Arm-, Hals-, oder gar Beinbrüche enden wird… wir werden sehen! 
Unser Motto: Erstmal muss das Outfit stimmen!!! Gutes Aussehen überspielt evtl. Scheitern! 

Was macht eine echte Snowboarderin aus? Genau, ein lässiger Style. Also packte ich die älteren Wintersportgeschenke der letzten Jahre wieder aus. Und zum Vorschein kam ein perfektes Outfit: lässige Boarderjacke, Boarderhose im Jeansstyle, wärmende Handschuhe mit Gelenkhalterung und Innenhandschuhen, eine knallige Mütze in türkis-blau und eine coole Skibrille inkl. weißem Helm für die Sicherheit. Cool aussehen ist der erste Schritt zum perfekten Snowboarder…das hat sich in 13 Jahren nicht geändert.

Wann, Wo und mit welcher Hardware?
Eine Tagesskifahrt ins Alpbachtal von Münchnen aus war schnell bei den Powertagesfahrten gebucht. Nun aufs Wetter hoffen, alles herrichten und morgens um 5:00 Uhr ging es dann los. Vom ZOB in München ging es mit dem Powertagesfahrten-Bus in Richtung Alpbachtal und trotz Müdigkeit stieg die Nervosität von uns beiden mit jedem Kilometer. Dort angekommen schauten wir erst mal, wo wir passendes Material für den Tag ausleihen konnten. Ab ging es zum Skiverleih, mit wenig Ahnung, was ich brauche. Mhhh…, einzige Erinnerung: „Regular“, mit dem linken Fuß vorne fuhr ich vor 13 Jahren. Man kümmerte sich hier schnell um mich und in Minuten hatte ich ein Board und Schuhe. Bei der Anprobe der Schuhe bauten mich folgende Worte enorm auf, mein Ziel zu erreichen:“Oh 13 Jahre sind Sie nicht mehr gefahren. Naja dann verlernt man es schon!“

(c) Theo

Wird es mit Glückgefühlen enden oder werde ich ein lebensgroßer Schnellball?
Los ging es im coolen Boarder-Gang zur Gondel und hoch auf den Berg. 
Aller Anfang ist schwer

. Das Wetter hielt sich in Grenzen, genügend Personen waren nun anwesend, um meinen Erfolg oder meine Schande zu begutachten. Aber all dies versuchte ich auszublenden. Leider hat das Alter einen Nachteil: Man denkt mehr über eventuelle Risiken nach und diese Angst macht einen schwerfälliger beim Erlernen von Sportarten! Aber NEIN, das sollte kein Hindernis sein, denn ich war hier, um dem Berg zu trotzen und das erfüllende Gefühl wieder zu spüren, wenn man die Piste runter fliegt.

Übungen zum Anfang
So, Schatz und Lehrer an meiner Seite ließen mich bei den ersten Übungen spüren: Buhh, du hast doch noch ein wenig Gefühl für das Ganze. ;-)  Folgende Übungen halfen mir zur Eingewöhung: Mit nur einem Fuß in der Bindung fahren (Rollerfahren), Aufstehen und Fallen mit dem Board, Fahren auf der Frontside (Zehenspitzenstellung) und Backside-Fahren (Fersenstellung). Den „Babyhügel“ herunter zu rutschen wurde schnell zu meiner Aufgabe und ich dachte, “das schaffe ich doch mit links”. Jetzt musste ich aber leider feststellen, dass die kleinen Zwerge neben mir schneller und besser die Piste runter kamen als ich. Von wegen „Anfängerpiste“!

Die “Angst” vor dem Liftfahren
Jetzt wird´s ernst…

„Und nun rein in den Lift, Schatzi!“, ruft mein Partner, nachdem ich 2x den kleinen Berg „heruntergefahren“ bin – inbegriffen einiger Po-Landungen und komischen Fallmanövern. Es wird also endgültig ernst vorm Schlepper: „Werde ich rausfallen oder komme ich oben an?“. Einsteigen klappte ganz gut, jedoch denkt man die ganze Zeit: “Come on, ich schaff das, nur noch ein Stückchen!!! Nein ich muss noch aussteigen!!!”. Natürlich kam ich oben sicher an und weiter ging es, den Berg schneller und mit mehr Technik runter zu rutschen. Leute, es lohnt sich. Als ich die erste Piste unten ankam, natürlich mit berühmter Po-Landung, schaue ich den Berg hoch und bin einfach stolz zu wissen: Ich habe es geschafft!

 – oder doch nicht?

(c) Theo

„Und nun, was kommt jetzt? Wieder hoch?“ Und schon geht`s wieder zum Lift. Der Sessellift war an der Reihe und wieder machte ich mir Gedanken über das Aussteigen. Naja, hinfallen soll auch gelernt sein und das konnte ich elegant. Beim nächsten Versuch stand ich noch immer wackelig auf den Beinen, aber ich fühlte mich sicherer und musste mich nicht mehr so oft auf meinen Allerwertesten setzen. Nach kurzer Zeit kam ein freudiger Rausch und wollte gar nicht mehr aufhören. Mein Partner war immer in meiner Nähe und lernte mir, wieder langsam Kurven zu fahren. Es entwickelte sich allmählich ein alt-bekanntes Fahrgefühl – und machte richtig Spaß! Natürlich kam ich am Nachmittag auch an meine körperlichen Grenzen, aber ich hatte die Zufriedenheit, nicht auf Kritiker gehört zu haben und einfach das Ganze konsequent durchgezogen zu haben. Jetzt mehr auf Feinheiten und Technik konzentrieren und ihr werdet mich wieder an euch vorbei fegen sehen.

Mein Fazit
Snowboarden lernen bzw. wieder erlernen ist kein Zuckerschlecken, aber schnell schaffbar. Kopf ausschalten und auf deine Instinkte vertrauen hilft, sich den ungewohnten Bewegungen hinzugeben. Das Wichtigste ist, nicht gleich nach einigen Stürzen aufzugeben, sondern immer wieder aufstehen und weiterüben. Ihr werdet sehen,  man macht schneller Fortschritte als man denkt. Wenn du nicht gerade die Berge vor deiner Tür hast und nicht hundertprozentig körperlich fit bist, empfiehlt es sich, die Berge mit einer Tagesskifahrt zu besuchen. Morgens los und abends wieder nach Hause, dann kann man erschöpft und glücklich in die warme Wanne und ins eigene Bett fallen. Glaubt mir, am nächsten Morgen wäre eine Bauanleitung für den eigenen Köper ratsam, aber Magnesium hift auch. Muskelkater ist garantiert, aber das Glücksgefühl hält weiter an. Erst nach einigen Fahrten wurde ich so fit, dass ich überhaupt köperlich 2-3 Tage hintereinander fahren könnte. Ich freue mich noch auf einige Snowboard-Tage in dieser Saison und meine Empfehlung an alle Anfänger: ÜBEN, ÜBEN, ÜBEN und auf das erste eigene Board freuen.

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