Wie man ein Snowboard winterfit macht

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Snowboard selber pflegen

Snowboard selber pflegen (c) snowstars.net

Der Winter beginnt – das Snowboard aus dem Sommerschlaf holen und fit für den Winter machen

Nach dem Sommer heißt es, das Snowboard wieder für die ersten Fahrten vorzubereiten, damit es für die neue Saison startklar ist. Sportgeschäfte bieten diesen Service an, der zwar fachmännisch ausgeführt wird, aber dich auch oft recht teuer zu stehen kommt. Denn den Komplettservice lassen sich die Sportläden recht gut bezahlen – da wirst du schon einige Scheinchen los.

Du kannst dein Board jedoch auch kostengünstig selbst für den Winter fit machen. Gerade für Viel-Boarder ist das eine günstige Alternative zum preisintensiven Service im Fachgeschäft. Und: keine Angst! Mit etwas Übung kommt man schnell dahinter, wie die richtige Pflege auszusehen hat. Vielleicht fängt man ja erstmal mit einem alten Board an, an dem man übt, wie das Equipment richtig gepflegt wird. Hier ein paar nützliche Tipps und Tricks, wie du dein Board wieder auf Vordermann bringst.

Was benötigst du dafür?

Für die selbst ausgeführte Boardpflege, mit der du jede Menge Geld sparen kannst, benötigst du: Belagreiniger beziehungsweise Wachsreiniger, Repairsticks, Hartwachs, Nylonbürste, ein altes Bügeleisen, eine Abziehklinge, Kantenschleifer, Alu-Oxyd-Stein, Schleifpapier sowie diverse Feilen in unterschiedlichen Stärken. Am besten ist es natürlich, wenn du über eine Werkstatt verfügst, wo du eine ausreichend große Arbeitsfläche zur Verfügung hast. Am besten ist eine Werkbank, die beim Bearbeiten des Brettes nicht wackelt und die sich ungefähr in Bauchhöhe befindet, damit du bequem hantieren kannst. Gut ist es auch, wenn du den Raum, in dem du das Ganze durchführen wirst, gut belüften kannst, denn beim Wachsen und Bearbeiten entwickeln sich Dämpfe, die du nicht unbedingt alle einatmen solltest. Keine Angst, es ist nicht super gesundheitsschädlich, aber eine gute Durchlüftung ist schon angeraten. Den Fußboden solltest du durch eine Abdeckung gut schützen, damit er nicht mit Spänen beschmutzt wird.

Erster Schritt: Den Belag reinigen

Als erstes musst du den Belag gründlich reinigen. Dazu nimmst du ein Tuch und den Wachs- beziehungsweise Belagreiniger. Damit trägst du alten Schmutz und Wachs von der Base ab, wodurch später das neue Wachs wieder optimal hält.

Zweiter Schritt: Beheben von Beschädigungen der Kanten

Nun untersuchst du die Kante auf Beschädigungen. Solche schadhaften Stellen, die du dir durch das Überfahren von Steinen geholt hast, erkennst du schon rein optisch. Beim Überfahren der Steine wird kurzzeitig eine große Hitze entwickelt, was die Beschädigung hervorruft und die Stelle extrem verhärtet. Poliere die angegriffene Stelle mit dem Alu-Oxyd-Stein, indem du ihn vorher nass machst, in einen Winkel spannst und behutsam auf der Stelle hin und her bewegst, bis diese Stelle wieder eben ist.

Dritter Schritt: Ausbessern des Belags

Nach der Reinigung des Belags kannst du nun auch Kratzer leicht erkennen. Mit einem scharfen Messer sind alle überstehenden Belagreste zu entfernen. Aber nicht mit den Fingern abreißen, denn sonst wird noch mehr beschädigt. Mit dem angezündeten Repairstick tröpfelst du nun vorsichtig das verflüssigte Material in die zerkratzen Stellen. Der Belagausbesserer muss nun trocknen. Nach ca. ein bis zwei Stunden kannst du überstehendes Material mit einem Messer oder einer Klinge entfernen. Zum Schluss mit feinem Schleifpapier glatt schmirgeln.

Vierter Schritt: Schleifen der Kanten

Nun muss die seitliche Kantenfläche bearbeitet werden. Dafür bietet der Handel verschiedene Schleifgeräte an. Am besten ist ein Kantenschleifer (gibt’s z.B. hier bei Blue-Tomato.com), bei dem du den Winkel selbst unterschiedlich einstellen kannst. Du kannst aber auch mit einem Winkel arbeiten, den du mit einer Finnfeile und einer Klammer kombinierst, um denselben Effekt zu erzielen. Spanne das Board so ein, dass es mit dem Belag zu dir gerichtet ist. Am besten eignen sich dafür so genannte Boardspanner, die es im Handel gibt. Auf jeden Fall muss das Brett sicher fixiert sein! Schleife als nächstes mit dem Kantenschleifer oder der Feile die Kante in einem Winkel von 89 bis 86 Grad. Als Richtwert für normales Fahren auf Eis und harten Pisten gilt ein Winkel von 88 bis 87 Grad. Fahre nun mit gleichmäßigem Druck in einem Zug von der Boardspitze bis zum Tail. Wiederhole den Vorgang zwei- bis dreimal, damit gewinnst du eine optimale Schärfe. Entferne den überstehenden Grat mit einem Schleifgummi.

Fünfter Schritt: Heißwachsen

Zwar kannst du dein Board auch Kaltwachsen, das ist aber eher eine kurzfristige Lösung für Zwischendurch. Heißwachsen ist etwas aufwändiger, aber effektiver. Drücke den Hartwachsriegel gegen das vorgeheizte Bügeleisen und tropfe das Wachs auf die Base. Verteile anschließend das Wachs auf dem gesamten Brett, so dass ein Wachsfilm das ganze Board überzieht. Nach ca. einer Stunde ist das Wachs getrocknet. Nun ziehe überflüssiges Wachs mit einer Klinge ab, dabei wieder die Richtung von der Spitze zum Tail, bis fast kaum noch Wachs auf dem Belag ist. Mit einer Nylonbürste bürstest du danach den Belag wieder aus. Die Oberfläche ist nun glatt und von überschüssigem Wachs befreit.

Sechster Schritt: Ab auf die Piste! ;-)

Und? Schon mal ausprobiert?

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